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Abgebrochener Zahn

Zahnfraktur: Erste Hilfe & Therapie

Erfahren Sie hier, wie eine Zahnfraktur entsteht, welche Risiken mit einem abgebrochenen Zahn verbunden sind und was Sie im Fall einer Fraktur als erstes tun müssen.

Ein abgebrochener Zahn, sei es ein Stück eines Zahnes, die komplette Zahnkrone, ein Seitenzahn oder ein Frontzahn ist meist mit einem Schreck verbunden. Die Ursachen für einen abgebrochenen Zahn können dabei sehr unterschiedlich sein.

Ursachen einer Zahnfraktur

Verschiedene Ursachen können dazu führen, dass ein Zahn abbricht. Dabei gilt es zu unterscheiden, ob der Zahn durch äußere Einflüsse oder aufgrund innerer Schwächung abbricht.

Zu den äußeren Ursachen zählen unter anderem Unfälle z.B. im Straßenverkehr, beim Fahrradfahren, beim Sport oder durch einen Schlag. Zudem kann durch starkes Zähneknirschen oder Pressen ein Zahn ab- oder auch durchbrechen.

Durch innere Schwächung kann ein Zahn durch eine ausgedehnte Karies fakturieren. Hat sich die Karies einen Weg durch den festen Schmelzmantel gebahnt, breitet sie sich recht schnell im Inneren des Zahnes aus und höhlt ihn aus. Ist dieser Prozess weit fortgeschritten bricht der Schmelzmantel ein.

In diesem Artikel soll verstärkt auf das Abbrechen eines Frontzahnes aufgrund äußerer Krafteinwirkung eingegangen werden.

Risiken einer Zahnfraktur

Bricht ein Zahn ab und es wird nicht rechtzeitig gehandelt, kann es zu einer Entzündung des Zahnes und der umliegenden Bereiche kommen. Durch die Zahnfraktur liegt ein mehr oder minder großer Teil des empfindlichen Zahninneren frei, wodurch der Zahn empfindlicher auf äußere Reize reagiert. Die Kälte-/Hitzeempfindlichkeit nimmt zu, der Zahn ist anfällig für Bakterien. Dies kann zu einer Karies und schlimmer noch zu einer Entzündung des Zahnnervs führen. Es ist also sehr zu empfehlen, schnellstmöglich Ihren Zahnarzt aufzusuchen.

Behandlung eines abgebrochenen Zahns

Erstversorgung am Unfallort

Bricht ein Zahn z.B. bei einem Unfall ab, ist besonders wichtig zu wissen, was als erstes zu tun ist. Zunächst sollte das frakturierte Stück unbedingt aufbewahrt werden. In einigen Fällen ist es möglich das frakturierte Stück wieder am Zahn zu befestigen. Bestenfalls sollte der Zahn in einer sogenannten Zahnrettungsbox verwahrt werden. Für 24-48 Stunden ist der Zahn so sicher aufzubewahren und die Zellen an der Wurzeloberfläche bleiben vital. Solche Zahnrettungsboxen sind in Apotheken erhältlich und sollten in Schulen/Kitas/Sportvereinen etc. vorrätig sein. Alternativ kann man den Zahn auch in anderen Medien lagern, hier ist H-Milch besonders geeignet (Aufbewahrungszeit 1-2h), aber auch sterile Kochsalzlösung ist möglich 1. Stehen all diese Dinge nicht zur Verfügung, kann man den Zahn in Speichel oder in Plastikfolie aufbewahren. Wichtig ist, dass Sie den Zahn oder das Zahnstück nicht versuchen zu reinigen, da Sie dadurch wichtige Zellen zur Regeneration zerstören könnten. Nicht zu vergessen ist die betroffene Region im Mundbereich. Kühlen sie diesen Bereich und suchen Sie schnellstmöglich das Zahnzentrum am ABC-Bogen auf.

Behandlung beim Zahnarzt

Im Zahnzentrum wird die betroffene Region begutachtet und ein Therapiekonzept mit Ihnen gemeinsam erstellt. Hierbei kommt es sehr darauf an, wie groß das Fragment ist. Grundsätzlich ist es möglich dieses mittels spezieller Klebetechnik wieder an den Zahn zu befestigen. Ist das Fragment nicht mehr vorhanden, kann das fehlende Stück durch eine zahnfarbene Füllung oder bei größeren Defekten auch durch Keramik Veneers bzw. Teilkronen ersetzt werden.

Vorher wird geprüft, ob der Zahnnerv intakt ist. Sollte dieser durch den Unfall irreversibel beschädigt worden sein, muss vor einer definitiven Versorgung des Zahnes, eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt werden.

Im ungünstigsten Fall, ist die Zahnwurzel frakturiert und der Zahn kann nicht erhalten werden. Sollte dem so sein, wird Ihnen dennoch stets ein Provisorium von uns eingesetzt. Mit einer Zahnlücke müssen Sie in keinem Fall unser Zahnzentrum verlassen.

Behandlung bei Milchzähnen

Gerade bei Kindern kommt es oft vor, dass die Frontzähne abbrechen. Handelt es sich hierbei noch um Milchzähne, ist dies nicht weiter schlimm. Auch hier können Teile wieder befestigt werden, oder einfach so belassen werden. Schlägt ein Kind sich den Kompletten Zahn heraus, wird dieser meist nicht zurückgesetzt, um die Anlage des bleibenden Zahnes zu schützen.

Expertentipp:

Familien mit Kindern sollten sich bestenfalls auch zu Hause mit einer Zahnrettungsbox ausstatten – sie ist in der Apotheke erhältich.

Vorbeugung einer Zahnfraktur

Handelt es sich beim abgebrochenen Zahn um das Resultat eines Unfalles, ist eine Vorbeugung in dem Sinne nicht möglich. Möchte man das Risiko eines Sportunfalles vermeiden, sollte bei besonders gefährdeten Sportarten (Hockey, Kampfsportarten o.Ä.) ein Sportschutz getragen werden.

Die Vorbeugung eines Karies bedingt abgebrochenen Zahnes ist die regelmäßige Kontrolle bei uns im Haus durch Ihren Zahnarzt. Auch die regelmäßige professionelle Zahnreinigung reduziert das Risiko einer Kariesinfektion und damit die Gefahr eines spontan frakturierten Zahnes.

In seltenen Fällen bricht ein Zahn aufgrund von starkem Zähneknirschen bzw. Pressen. In diesen Fällen sollte nachts unbedingt eine Schiene getragen werden. Wir beraten Sie gerne, welcher Schienentyp für sie am geeignetsten ist.

Häufig gestellte Fragen

Nicht jeder abgebrochene Zahn ist ein Notfall, allerdings ist die Einordnung nur durch den Zahnarzt möglich. Es ist also wichtig, schnellstmöglich Ihren Zahnarzt aufzusuchen.

Die Kosten für die Therapie eines abgebrochenen Zahnes sind, je nach Schweregrad sehr unterschiedlich. Über die individuellen Kosten Ihrer Behandlung wird Ihr Zahnarzt Sie im Zahnzentrum am ABC-Bogen selbstverständlich im Vorhinein aufklären und die verschiedenen Therapiealternativen mit Ihnen durchgehen.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Hg.) (2015): S2k-Leitlinie: Therapie des dentalen Traumas bleibender Zähne. In: AWMF online. Das Portal der wissenschaftlichen Medizin.^

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist nur über eine direkte Kontaktaufnahme möglich.

Mehr Informationen finden Sie in unseren Hinweisen zu Gesundheitsthemen.