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Zahnfleischbluten

Zahnfleischbluten: Ursachen, Symptome, Therapie

Erfahren Sie hier, warum ein Zahnfleischbluten entsteht, welche Ursachen das haben kann und wie Sie Zahnfleischbluten vorbeugen können.

Zahnfleischbluten ist ein Symptom der Zahnfleischentzündung. Auch wenn Zahnfleischbluten meist nicht gefährlich ist, so kann es auf eine Reihe möglicher Erkrankungen hinweisen. Gelegentlich ist es einfach harte Nahrung, zu viel Druck beim Zähneputzen oder die falsche Verwendung von Zahnseide der Grund für Zahnfleischbluten. Tritt es regelmäßig auf, sollte es jedoch zahnmedizinisch untersucht werden.

Zahnfleischbluten in 60 Sekunden – kurz zusammengefasst

Im Mund gibt es einige Faktoren, die Zahnfleischbluten begünstigen können. Insuffiziente ZahnfüllungenZahnprothesen sowie Zahnspangen sorgen durch ihre Beschaffenheit für eine günstige Anlagerung von Plaque. Dies führt wiederum zum Entstehen einer Zahnfleischentzündung, was Zahnfleischbluten begünstigt.

Es gibt weitere Faktoren wie Stress, Tabakkosnum, sowie Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus, die das Risiko für Zahnfleischbluten erhöhen können. Ebenso kann die Einnahme von bestimmten Medikamenten wie Blutgerinnungshemmern einen negativen Einfluss auf Zahnfleischbluten haben.

Auch Schwangere oder Personen mit hormonellen Veränderungen haben ein größeres Risiko für Zahnfleischbluten. Auch hier gilt jedoch: Wer eine gute Mundhygiene hat und keine Zahnfleischentzündung zulässt bekommt auch kein Zahnfleischbluten. Durch gute Mundhygiene, professionelle Zahnreinigung und gesunde Ernährung kann man einer Zahnfleischentzündung und damit auch Zahnfleischbluten vorbeugen.

Ursachen für Zahnfleischbluten

Plaque

Es kommen im Mund ca. 700 verschiedene Bakterienarten vor. 400 davon können sogar die Zahnfleischtaschen besiedeln.

Wenn es jedoch zu einer Überbesiedelung bestimmter Bakterien z.B. durch schlechte Mundhygiene kommt, ist dieses Gleichgewicht gestört.

Der Körper reagiert mit einer Abwehrreaktion auf die Bakterien. Diese zeigt sich klinisch durch Blutung, Rötung bis hin zur Schwellung und Schmerzen.

Mangelnde Mundhygiene

Eine regelmäßig durchgeführte professionelle Zahnreinigung durch speziell ausgebildete Fachkräfte kann dazu beitragen, Zahnbereiche sauber zu halten, die man mit der täglichen Zahnreinigung nicht so gut erreichen kann.

Vor allem wenn man zusätzlich ein erhöhtes Risiko für eine Zahnfleischentzündung hat (Vorerkrankungen, Medikamente, Schwangerschaft) spielt die professionelle Zahnreinigung eine große Rolle. Denn es gilt weiterhin: Ohne Zahnfleischentzündung hat man wenig Zahnfleischbluten.

Zahnfleischentzündung

Eine gesunde Mundflora besteht aus mehreren Hundert Bakterienarten, die für ein natürliches Gleichgewicht in der Mundhöhle sorgen. Kommt die Mundflora aus dem Gleichgewicht, kann eine Zahnfleischentzündung entstehen.

Eines von mehreren Symptomen für eine Zahnfleichentzündung ist das Zahnfleischbluten. Eine regelmäßig durchgeführte professionelle Zahnreinigung durch speziell ausgebildete Fachkräfte kann dazu beitragen, Zahnbereiche sauber zu halten, die man mit der täglichen Zahnreinigung nicht so gut erreichen kann. Vor allem wenn man zusätzlich ein erhöhtes Risiko für eine Zahnfleischentzündung hat (Vorerkrankungen, Medikamente, Schwangerschaft) spielt die professionelle Zahnreinigung eine große Rolle.

So lassen sich Folgeerkrankungen wie die Parodontitis vermeiden.

Parodontitis

Eine Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates. Die Vorstufe dazu ist die Gingivitis, also eine Entzündung vom Zahnfleisch.

Wird eine Parodontitis nicht behandelt, kann sie zum Verlust von Kieferknochen führen und damit zum Zahnverlust. Die Erkrankung schreitet oftmals langsam voran und oftmals nicht mit Schmerzen verbunden. Dennoch liegt eine chronische Entzündung vor gegen die der Körper jeden Tag arbeitet.

Um da Risiko für eine Parodontitis zu minimieren sollte auf eine gut Mundhygiene geachtet werden. Der Tabak- und Zuckerkonsum sollte eingeschränkt werden. Auch sollten Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus gut eingestellt sein.

Generell ist zu sagen: Je früher eine Zahnfleischentzündung behandelt wird, umso geringer das Risiko für die Entstehung einer Parodontitis.

Expertentipp:

Auch wenn es bei der Zahnzwischenraum Reinigung mal blutet, putzen Sie fleißig weiter. Nach 3-6 Tagen ist das Zahnfleisch meistens blutungsfrei.

Risiken von Zahnfleischbluten

  • Erhöhtes Risiko für eine Zahnfleischentzündung
  • erhöhtes Risiko für eine Parodontitis
  • schlechte Einstellung der Medikamente
  • schlecht zu reinigende prothetische Versorgung

Diagnose von Zahnfleischbluten

Der Zahnarzt untersucht Ihr Gebiss mithilfe eines Spiegels und Licht. Zusätzlich wird ein Blutungsindex genommen, der den Grad der Entzündung Ihres Zahnfleisches näher einteilt. Dabei wird mit einer feinen Sonde am Zahnrand getastet, um die Taschentiefen zu messen und zu beurteilen, ob das Zahnfleisch blutet.

Darüber hinaus können Sie mit der Beantwortung einiger Fragen Ihrem Zahnarzt helfen, Aufschluss über das Zahnfleischbluten zu geben. Solche Fragen können etwa sein:

1. Seit wann haben Sie diese Beschwerden?
2. Haben Verwandte von Ihnen ähnliche Zahnfleischproblemen?
3. Hatten Sie schon früher Probleme mit Ihren Zahnfleisch?
4. Wie oft putzen Sie täglich Ihre Zähne?
5. Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein?
6. Haben Sie Vorerkrankungen?
7. Besteht aktuell eine Schwangerschaft?

Die Beantwortung dieser Fragen zusammen mit dem klinischen Befund lassen eine zuverlässige Diagnose zu.

Expertentipp:

Bei regelmäßigen Routineuntersuchungen kann eine Zahnfleischentzündung früh erkannt und behandelt werden. Somit wird Zahnfleischbluten vorgebeugt.

Behandlung von Zahnfleischbluten

Stellen Sie bei sich über einen längeren Zeitraum fest, dass sie an Zahnfleischbluten leiden, sollte der Zahnarzt aufgesucht werden. Von besonderer Bedeutung ist es, dass Sie sich trotz Zahnfleischbluten weiter die Zähne putzen. Gerade dann ist es wichtig Beläge zu entfernen.

Eine professionelle Zahnreinigung wird Ihnen dabei helfen und dient zu Unterstützung Ihrer häuslichen Mundhygiene. Dazu werden spezielle Instrumente wie Ultraschall, Pulver-Wasser-Strahl Gerät oder Hand-Küretten verwendet. Unterstützt wird eine Behandlung durch verschieden Mundspüllösungen.

Nach der erfolgreichen Reinigung werden alle Zähne mittels Polierpasten poliert, sodass sich in Zukunft nicht so schnell hartnäckige Beläge festsetzen können. Im Anschluss wird festgelegt wie oft Sie zur professionellen Zahnreinigung kommen sollten. Die hängt von verschiedenen Faktoren wie Vorerkrankungen, Medikamente oder prothetischen Versorgungen ab.

Expertentipp:

Lassen Sie sich von unseren Prophylaxe-Mitarbeitern beraten und lernen Sie an welchen Stellen man noch besser putzen kann.

Vorbeugung von Zahnfleischbluten

Ein paar Regeln für den Alltag werden Ihnen helfen Zahnfelischbluten starkt zu reduzieren. Vor allem das Reinigen der Zahnzwischenräume und Einmassieren des Zahnfleisches spielt eine wichtige Rolle.

Der Härtgrad Ihrer Zahnbürste sollte dabei auf sie abgestimmt sein. Fragen Sie dazu gerne unsere Experten vom Prophylaxe Team. Eine weiche Zahnbürste kann sinnvoll sein, um Putzdefekten am Zahnfleisch durch zu starkes massieren vorzubeugen.

Ebeno sollten wenig Zwischenmahlzeiten mit viel Zucker eingenommen werden. Damit tun sie nicht nur Ihrem Zahnfleisch etwas Gutes, sondern beugen auch der Entstehung von Karies vor.

Neben diesen Maßnahmen, sorgen Sie mit regelmäßigen Zahnarztbesuchen für eine frühzeitige Erkennung einer Zahnfleischentzündung. Ebenso leistet eine zweimal jährlich durchgeführte Prophylaxe (professionelle Zahnreinigung) einen wichtigen Beitrag zum Vorbeugen von Zahnfelischbluten.

Auch sollten Sie Ihre Vorerkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus gut eingestellt haben und Medikamente gut auf Sie abgestimmt sein.

Häufig gestellte Fragen

Ein ganz klares Ja. Wichtig ist, dass die Zähne trotz Zahnfleischbluten unbedingt weiter geputzt werden müssen. Manche Patienten verzichten darauf, da Sie das Zahnfleisch schonen möchten. Jedoch ist gründliches Putzen auch bei Zahnfleischbluten unbedingt notwendig.

Expertentipp:

Spülen Sie doch mal mit Salzwasser nach dem Zähneputzen, das wirkt antibakteriell und stärkt so Ihr Zahnfleisch.

Quellen

  1. Quelle: Paster BJ, Olsen I, Aas JA, Dewhirst FE. The breadth of bac- terial diversity in the human periodontal pocket and other oral sites. Periodontol 2000 2006;42:80–87.^

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist nur über eine direkte Kontaktaufnahme möglich.

Mehr Informationen finden Sie in unseren Hinweisen zu Gesundheitsthemen.